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Vor ungefähr einem Jahr sorgte die Geburt eines Eisbärenbabys und seine anschließende Aufzucht durch Menschenhand für großes Aufsehen. Das schneeweiße Wollknäuel erhielt den Namen Knut und war ständiger Gast auf den ersten Seiten der Tagespresse.

Früh erkannten clevere Unternehmer die Lukrativität des kleinen Eisbären und begannen damit, ihn zu vermarkten. Innerhalb kurzer Zeit begegnete man Knut überall, er wurde als Kuscheltier angeboten, ein Lied wurde ihm geschrieben und letztendlich erschien er auch auf Grußkarten. Und als Krönung wird Knut nun auch noch Filmstar.Knut und seine Freunde wird es ab März in deutschen Kinos zu sehen geben.

Die erste Knut Grußkarte hat nicht nur Kindern Freude bereitet. Sie zeigt, wie der kleine Bär mit seinem Pfleger schmust. Man kann in dieses Bild hineininterpretieren, dass der kleine Knut seinem Ziehvater dankbar sei. Das ist er sicher auch, vorausgesetzt, Tiere haben derart menschliche Regungen. Für den Pfleger bedeutet diese Karte vielleicht eine kleine Anerkennung all seiner Mühen. Die hat er sich verdient und sicher ist in diesem Fall das Verhältnis zwischen Tier und Mensch ein ganz besonderes, aber Knut hat die Instinkte eines Bären und nicht die eines kuscheligen Haustieres. Diese erste Knut-Karte wäre ohne den weiteren Rummel um das Tier eine gewisse Würdigung eines ungewöhnlichen Ereignisses gewesen.

Vor kurzer Zeit sind wieder Eisbären geboren, die nicht von der Mutter versorgt wurden. Der diesmal zuständige Zoodirektor geriet in die Kritik, weil er sich weigerte, in die Natur einzugreifen. Wir Laien kennen aber heutzutage die Bedingungen in der hier gemeinten Natur nicht mehr und werden nur von Mitleid und Fürsorge geleitet und nicht vom Verständnis für die Bedürfnisse eines Raubtieres. Wir sollten aufhören zu versuchen, unsere Welt auch den Tieren aufzuzwingen, sie wollen nicht vermenschlicht werden.