By - - Kommentare deaktiviert für Grußkarten-Drucktechniken im Wandel der Zeit

Auch in Zeiten von Handys, Tablets, SMS, MMS und E-Mails bleibt die Ansichtskarte eines der schönsten Andenken an Urlaube und Mittel um die Daheimgebliebenen zu grüßen. Vor 1900 waren sie primär schwarz-weiß, erfreuten sich danach auch als farbige Karten größerer Beliebtheit. Seitdem wurden die verschiedensten Drucktechniken entwickelt.
Ein geöffneter Drucker von innen

Frühe Karten im Jugendstil

Frühe Karten waren in der Regel unbebildert. Die frühen, einfarbigen Ansichtskarten waren meist aus bräunlichem Karton und mit kleinen Lithografien bedruckt. Diese aufwendige Drucktechnik war erst nach 1895 auch mehrfarbig möglich. Die sogenannten Chromolithografien waren ein häufiger Fund auf Ansichtskarten dieser Zeit, und sind bis heute bei Sammlern sehr beliebt. Um eine Lithografie herzustellen, druckt man verschiedene Farbschichten übereinander, die Technik ist nur für kleine Stückzahlen geeignet, und bei Weitem nicht alle Karten dieser Zeit sind auch wirkliche Lithografien. Ein Merkmal ist der Schriftzug „Gruss aus…“ auf der Bildseite der Karte. Die Ansichtskarten zeigten meist gruppierte Ansichten oder Sehenswürdigkeiten einer Stadt, häufig mit Schnörkeln und Ornamenten verziert.

Fotopostkarten und Farbdruck

Als sich der Jugendstil dem Ende neigte, kam auch der Lithografie-Druck aus der Mode. Der Wechsel zur Fotopostkarte startete 1906 und bis 1920 wurde für die ausschließlich schwarz-weißen Karten Lichtdruck verwendet. Diese, auf Basis von Gelatine und UV-Strahlen funktionierende Drucktechnik ermöglichte es, größere Stückzahlen herzustellen. Außerdem beliebt war der Bromsilberdruck, der weniger eine Drucktechnik, sondern mehr eine Fotoentwicklung war. Bis 1960 waren Fotopostkarten schwarz-weiß, bis dann immer häufiger der Vierfarbdruck verwendet wurde. Diese Form ist besonders bei großen Stückzahlen wirtschaftlich und wird im Grunde nach heute noch verwendet. Bei kleineren Auflagen favorisiert man heute auch den Digitaldruck. Außerdem früher beliebt: das Nachkolorieren. Mit Schablonen und per Hand wurden die Karten „angemalt“, was ein außergewöhnliches und charmantes Bild ergibt.

Die nostalgische Grußkarte in Zeiten von E-Mail & Co.

Die Ansichtskarte hatte ihre Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts, aber auch heute noch werden Karten verschickt und, zu Geburts- oder Feiertagen, verschenkt. Besonders beliebt sind künstlerisch gestaltete Karten oder Lustiges. Verschicken Sie doch bei Ihrer nächsten Reise auch mal wieder eine Grußkarte aus Teneriffa zum Beispiel. Auch wenn sie etwas nostalgisch anmutet, eine Grußkarte aus dem Urlaub zu verschicken gilt heute wie damals als freundlich und aufmerksam.

Bild: Siepmann GbR – Fotolia