Ohrschmuck der 80er

Die 80er Jahre waren bunt. Die Jugendkultur spaltete sich auf in Popper, Punks, Grufties und Ökos. Frauen trugen Cocktailkleider und Dauerwelle, Männer ihre Vokuhila – Föhnfrisur zu Tennissocken und alle – naja, fast alle trugen zu ihren obligatorischen Schweißbändern und Schulterpolstern passenden Schmuck: Ohrringe waren dabei der Renner.




Hurra hurra, die Schule brennt

Extrabreit landeten damals mit diesem Lied den Hit schlechthin bei allen schulgeplagten Kids. Darin kommen Mädchen vor mit Nasenringen aus Phosphor und Streichholzetiketten am Ohr. War das so? Nein. Die Achtziger waren zwar ein Jahrzehnt der schrillen Farben, aber was Ohrschmuck betraf, dominierte eindeutig eine Form: Die Creole, schlanke Ohrringe Weißgold, Silber oder in verschiedensten Trendfarben, aber immer eines: Rund und groß, sehr groß, manchmal so groß, dass sie fast bis zur Schulter reichten. Creolen durften dabei, wie fast alles, von Bikinis zu Stulpen gerne mal farbig sein – Neonfarben, grün, gelb, pink? Kein Problem. Nena machte vor, was ging, viele Mädchen wollten aussehen wie sie. Und viele Jungs eine Freundin haben, die aussah wie Nena.

Ökos und harte Männer

Ökos bastelten sich Ohrringe auch schon mal selbst. Dafür gab es Sets mit Perlen, Glitzer und Federn zu kaufen. Punks bevorzugten Sicherheitsnadeln. No future. Hatte ja eh alles keinen Sinn. Gruftis trugen gerne kleine Kreuze am Ohr. Und Popper? Die verzichteten darauf, sich stechen zu lassen und trugen lieber Ohrclips zu Kaschmirschal oder Polohemd. Überall mutierten Massen von Männern plötzlich zu wahren Helden: Sie ließen sich ein Loch stechen: Darin trug Mann dann stolz zuerst einen kleinen Ohrstecker und später einen kleinen Ring. Viele Jungs wollten halt aussehen wie George Michael. Und viele Mädchen einen Freund haben, der aussah wie George Michael. Und jetzt? 30 Jahre später? Gibt es diese Ohrringe noch?

Tatsächlich scheinen vor allem Creolen wieder mächtig im Kommen zu sein. Neulich wurde eine hippe Modedesignerin im Fernsehen interviewt und trug dabei eine Creole, schlanke Ohrringe Weißgold und riesengroß, wagenradgroß, quasi. Ein kleiner Streifzug durch das Internet zeigt: Modeschmuck der Achtziger wird überall angeboten. Wer mag, kann sich sogar wieder mit Bastelsets zurückziehen. Mit Perlen, Glitzer und Federn. Viel Spaß dabei.

Bild von Stefan Gräf – Fotolia

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