Pole Dance: Erotik-Darbietung mit Geschichte

Beim Begriff Poledancing denken viele an schummrige Bars und leicht bekleidete Tänzerinnen. Dabei hat der Tanz an der Stange eine interessante Geschichte, die nur wenige kennen.

Ursprünge in Asien und Indien

Gogo-Dancing und Pole Dance werden von den meisten Menschen heute im Rotlicht-Milieu angesiedelt: Frau im sexy Outfit räkelt sich lasziv an einer Stange, und Mann schaut gern dabei zu.

Dabei hat der Pole Dance eine lange Geschichte, und die hat ihre Wurzeln in Asien: Dort wurden Stangen und Pfähle bereits seit dem zwölften Jahrhundert zum Körpertraining genutzt, und zwar in erster Linie von Männern. Daraus entwickelte sich später das Chinese Pole Dancing, bei dem mehrere Artisten an Stangen Figuren performen, die zum Teil eine enorme Körperkraft und Koordination erfordern.

In Indien gibt es eine ähnliche uralte Sportart, die als Vorläufer des Pole Dance gelten kann: Mallakhamb. Bei ihr handelt es sich um eine traditionelle Gymnastikvariante, bei der Turner Yoga-Übungen an einem senkrechten Seil oder einem Stamm ausführen.

Seinen Einzug in die USA fand Pole Dancing zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als in Wanderzirkussen weibliche Akrobaten begannen, die Stangen der Zelte in ihre Performance zu integrieren. Diese Darbietungen fanden immer mehr Anhänger, und in den Fünfzigerjahren entstanden die ersten Stripclubs, an denen auch an der Stange getanzt wurde.

Pole Dance als Trendsport

Seit den Achtzigerjahren gewann Pole Dancing in den USA und Europa immer mehr an Popularität. Die ersten Pole-Dance-Trainingsstudios entstanden noch, um die Tänzerinnen zu trainieren, doch schon bald entdeckte auch eine breite Masse Pole Dancing als Sportart für sich.

Heute hat sich der Tanz an der Stange aus der Erotiknische heraus zu einem Trendsport entwickelt. Die an der Stange vorgeführten akrobatischen Kunststücke wirken dabei aber niemals billig – und Oben-ohne ist natürlich komplett verpönt.

Neben täglichen Dehnübungen müssen die Figuren täglich mindestens eine Stunde lang geübt werden, damit mit der Zeit eine gewünschte Professionalität an der Stange eintritt. Wer intensiv trainiert und lang genug dabei ist, wird mit einem Körper belohnt, der ein einziges Muskelpaket ist. Die werden aber auch gebraucht, wenn anspruchsvolle Figuren an der Stange geturnt werden sollen: Das „Iron X“ etwa, bei der der Körper nur an den Händen gehalten waagerecht wie eine Flagge an der Stange hängt. Die Beine sind dabei gespreizt. Eine andere Figur ist der „Knee hold“: Dabei hält sich der oder die Akrobatin mit nur einem angewinkeltem Knie fast waagerecht an der Stange, die Hände bleiben frei.

Der Pole-Dancing-Trend hält übrigens an: Zurzeit gibt es über 150 Trainingsstudios in Deutschland, und ein internationaler Pole-Dance-Verband wirbt für die Teilnahme der Disziplin an den Olympischen Spielen.

Bild: pixabay.com, ivanovgood, 1219338

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