By - - Kommentare deaktiviert für Wein und die positiven Aspekte für die Gesundheit – Was ist dran, am Gerücht?

Drei Weinflaschen und ein Weinglas Vor circa zwei Jahren hat der Europäische Gerichtshof den Winzern der Pfalz untersagt, ihr Rebenprodukt als für den Konsumenten „bekömmlich“ zu kennzeichnen. Aber ein Gläschen pro Tag soll gesund sein und halten – so ist es in den Köpfen vieler verankert. Was stimmt nun?



Wirkt sich Wein tatsächlich vorteilhaft auf unsere Gesundheit aus?

Die Diskussion darüber läuft nun schon seit Jahrzehnten, besonders immer dann, wenn Wein zu festlichen Anlässen genossen wird. Dabei wird oft Bezug auf wissenschaftliche Untersuchungen genommen und festgestellt, dass beim Weingenuss zusätzlich die Gesundheit profitiert.

Bei diesem (sich hartnäckig haltenden) Gerücht spielt aber oft Wunschdenken eine große Rolle. Der Europäische Gerichtshof betont in seinem Urteil, dass Getränke ab einem Wert von 1,2 Volumenprozent keine Aussagen bezüglich einer gesundheitlichen Wirkung erlauben. Ein Liter Wein hat – je nach Sorte – durchschnittlich circa acht, ein schwerer Burgunder auch mal 10 Volumenprozent.

Doch was ist mit den Franzosen?

Die französische Küche ist bekannt für ihre fetten und kalorienreichen Speisen. Am Ende der siebziger Jahre konnten Wissenschaftler feststellen, dass im Vergleich zu anderen Industrienationen, wie Deutschland oder den USA, die Rate für Herzinfarkte bei den Franzosen geringer war. Als Grund wurde letztendlich der Genuss des täglichen Glases Wein angeführt. In diesem Zusammenhang spricht man auch von dem sogenannten „französischen Paradoxon“.

Aber ob es dieses tatsächlich gibt ist aktuell noch umstritten. Dieser Effekt tritt nämlich nicht nur beim Rotweintrinken ein, sondern auch beim mäßigen Genuss anderer alkoholischen Getränke. Darüber hinaus zeigen auch neue Studien der WHO, dass Herzerkrankungen bei den Franzosen bisher unterschätzt wurden.

Erklärungen für die gesundheitsfördernde Wirkung waren nur in der Theorie vorhanden und so wurden weitere Studien angesetzt, um diese These festzusetzen. Laut Berichten von Wissenschaftlern sollen polyphenolische Stoffe (aromatische Verbindungen, die vor allem in der Traubenschale vorkommen) zur Verbesserung der Blutfettwerte beitragen und vorbeugend gegen Arterienverkalkung wirken, was in Folge dessen das Risiko für einen Herzinfarkt senken soll.

Getestet hatte man das aber nur bei Zellen außerhalb des menschlichen Körpers. Ob und wie die Wirkstoffe vom Menschen tatsächlich aufgenommen werden, weiß man laut Aussage der Forscher nicht. Zudem würden diese auf den Menschen vermeintlich gesundwirkende Stoffe auch nur im Rot- nicht im Weißwein vorhanden sein, da bei der Herstellung die ganze Traube verwendet wird.

Wenn also Mediziner darüber sprechen, Wein habe eine gesundheitsfördernde Wirkung, dann nur im Konjunktiv. Sollten daher positive Effekte auf den Menschen möglicherweise nachweisbar sein, spricht allerdings immer noch gleichzeitig die Tatsache dagegen, dass der im Wein befindliche Alkohol der Gesundheit schadet – das zumindest ist wissenschaftlich bewiesen. Weingenuss über die Maßen schadet der Leber und erhöht das Krebsrisiko für Rachen und Kehlkopf. Ein geschwächtes Immunsystem und Gewichtszunahme können ebenfalls die Folge sein – wenn man bedenkt, dass zweiviertel Rotwein (0,5 Liter) die gleiche Menge Energie (kcal) haben wie drei Schokoriegel. Der Weingenuss unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung sollte daher eher kritisch bewertet werden. Wissenschaft und Forschung wird sich sicherlich weiter mit dieser Thematik auseinandersetzen.

Genießen Sie Wein in Maßen, gönnen Sie sich nur hin und wieder ein Glas! Wählen Sie zum Beispiel einen Château de Mercuès Vassal de Mercuès Cahors 2011 (erhältlich bei lakaaf.de), denn dieser Rotwein hat einen besonders hohen Anteil an wirksamen Polyphenolen. So bleiben die positiven Aspekte wie der Genuss und der Geschmack im Vordergrund und Ihre Gesundheit nimmt auch keinen Schaden.

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