By - - Kommentare deaktiviert für Schuppenflechte – Belastungsprobe im Alltag

Es ist, als würde die Haut verrücktspielen: Bei Schuppenflechte erneuert sich die Haut aufgrund einer fehlerhaften Autoimmunreaktion um ein Vielfaches schneller als gewöhnlich. Die Folge: Rötlich entzündliche Haut mit weiß-silbrigen Schuppen, überwiegend auf der Kopfhaut, an den Ellenbogen und am Steiß. In den meisten Fällen tritt Schuppenflechte zum ersten Mal vor dem 40. Lebensjahr auf. Deutschlandweit werden rund zwei Millionen Patienten mit Psoriasis gezählt, Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig von der chronischen Hautkrankheit betroffen. Doch gerade für Frauen stellt Schuppenflechte nicht nur eine körperliche, sondern auch eine schwere psychische Belastung dar.

Hautpflege neu definieren

Schuppenflechte begleitet die Betroffenen ein Leben lang, immer wieder können neue Schübe ausbrechen. Bei der Behandlung steht die Beschwerdefreiheit deshalb im Vordergrund. Die erreicht man mit regelmäßiger, intensiver Hautpflege – ein Ritual, das ohnehin im Alltag vieler Frauen eine große Bedeutung hat. Doch je nach Schwere der Krankheit nimmt die Pflege der schuppenden Haut sehr viel Zeit in Anspruch und ist mit aufwendigen Prozeduren statt mit Entspannung und Verwöhnung verbunden. Auch das tägliche Schminken wird bei Frauen mit Schuppenflechte zur Herausforderung, zum Beispiel wenn Hautstellen im Haaransatz oder im Gesicht betroffen sind. Aber selbst Make-up ist mit geeigneten Kosmetikprodukten bei Schuppenflechte kein Problem.

Gesund leben, Stress vermeiden

Um die Symptome wenigstens eindämmen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Risikofaktoren neue Schübe auslösen. Ursachen von Schuppenflechte können

  • Nikotin- und Alkoholkonsum,
  • Übergewicht,
  • Klimatische Einflüsse oder
  • Stress

sein. Ein gesunder Lebensstil hilft, den Alltag trotz der chronischen Hautkrankheit besser zu meistern. Gerade psychischer Stress lässt sich jedoch nicht immer vermeiden. Daraus entsteht ein Teufelskreis: Wer im Beruf oder im sozialen Umfeld Stress erlebt, verursacht dadurch womöglich einen neuen Ausbruch der Schuppenflechte. Gleichzeitig führt die akute Krankheit zu Unwohlsein und seelischer Belastung. Weil sich die schuppende Haut nicht immer verstecken lässt, ziehen sich die Betroffenen mehr und mehr zurück, reduzieren Freizeit und Beruf auf das Nötigste und meiden soziale Kontakte.

Partnerschaft, Sexualität und Kinderwunsch

Auch auf die Partnerschaft wirkt sich die Krankheit in vielen Fällen negativ aus. Durch die Erkrankung fühlen sich viele Frauen in ihrer eigenen Haut unwohl und schämen sich, dem Partner zu zeigen. Der richtige Umgang mit Schuppenflechte in einer Beziehung erfordert Ausgewogenheit. Man sollte dem Thema weder mit völliger Ignoranz begegnen, noch es zu einer ständigen Problematik oder gar Streitpunkt werden lassen. Offene Gespräche über Bedürfnisse und Empfindungen beider Partner helfen, die Beziehung zu stärken.

In einigen Fällen ist es förderlich, für die Gespräche professionelle Hilfe zu Rate zu ziehen, gerade wenn es um Sexualität geht. Bei über der Hälfte der Betroffenen tritt die Schuppenflechte zeitweise auch im Genitalbereich auf. Dadurch erhöht sich nicht nur das Schamgefühl. Unter Umständen ist die Hautveränderung mit Brennen, Jucken und Schmerzen – auch beim Geschlechtsverkehr – begleitet. Durch einen konstruktiven Austausch können neue Möglichkeiten für eine erfüllte Sexualität in der Beziehung gefunden werden.

Entgegen vieler Vermutung steht auch dem Kinderwunsch trotz Schuppenflechte nichts im Wege. Die Hauterkrankung nimmt keinerlei Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau oder die Zeugungsfähigkeit des Mannes. Bevor die Familienplanung konkret in Angriff genommen wird, sollte man jedoch den behandelnden Arzt aufsuchen. Dieser passt dann eventuell die Behandlung an, zum Beispiel wenn Medikamente eingenommen werden müssen.


Fotoquelle: Thinkstock, 460695277, iStock, b-d-s



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