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Neujahrsgedichte sind die ideale Möglichkeit, Grüße und Glückwünsche für das neue Jahr einmal etwas anders zu gestalten. Denn statt der immer gleichen Floskeln bekommt der Rezipient so ein wenig mehr Unterhaltung geboten.

Denn Neujahrsgedichte bringen in jede Grußkarte ein wenig mehr Flair. Die Grüße wirken gleich viel aufwendiger und damit ernst gemeinter, bringt man statt des üblichen „Viel Glück und Erfolg im neuen Jahr!“ auch ein wenig Reimkunst in Umlauf. Vor allem selbst gereimte Gedichte fallen in der Neujahrspost besonders positiv auf, doch es gibt auch Hilfe für Alle, die den eigenen Dichterfähigkeiten eher weniger trauen.

Neujahrsgedichte als Gruß zum Jahresanfang

Neujahrsgedichte können humorvoll, wehmütig, optimistisch oder mahnend ausfallen, je nachdem ob sie zuversichtlich in das neue Jahr blicken, einen traurigen Blick auf das zu schnell vergangene Jahr werfen oder die Silvesterlaune der Feiernden humoristisch beleuchten. So kann man unter der Vielzahl von Gedichten rund um den Jahreswechsel ganz individuell jene auswählen, die am besten zum Empfänger der Grußkarte passen.

Natürlich dürfen trotz klassischer Dichtkunst auch ein paar persönliche Grußworte nicht fehlen, wobei man die allgemeinen Wünsche für viel Glück im neuen Jahr ruhig etwas dezidierter gestalten darf. Weiß man zum Beispiel von einem bestimmten Vorhaben, wünscht man demjenigen alles Gute für die Umsetzung seines Plans, sei es nun Glück im neuen Heim, den größten Segen für die Familienplanung, Erfolg im neuen Beruf oder viel Spaß auf einer bevorstehenden Reise. So hat der Leser das Gefühl, man habe beim Verfassen der Karte tatsächlich an ihn gedacht, statt nur ein Standardschreiben an alle Bekannten zu schicken.

Für Alle, die nicht selber reimen möchten oder können, sollen die im Folgenden zusammengestellten Gedichte berühmter deutscher Poeten eine kleine Anregung sein, wie Neujahrsgrüße in Versform gestaltet werden können, damit das neue Jahr mit einer schön gestalteten Grußkarte gleich richtig gut beginnt.

Joachim Ringelnatz: In der Neujahrsnacht

In der Neujahrsnacht die Kirchturmglocke
schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.
Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe
und werfen die Mützen in die Höhe.
Der Schornsteinfegergeselle Schwerzlich
küsst Konditor Krause recht herzlich.
Der alte Gendarm brummt heute sogar
ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr!

Johann Wolfgang von Goethe: Im neuen Jahre Glück und Heil

Im neuen Jahre Glück und Heil;
Auf Weh und Wunden gute Salbe!
Auf groben Klotz ein grober Keil!
Auf einen Schelmen anderthalbe!

Hoffmann von Fallersleben: Das alte Jahr vergangen ist (Neujahrslied)

Das alte Jahr vergangen ist,
das neue Jahr beginnt.
Wir danken Gott zu dieser Frist.
Wohl uns, dass wir noch sind!
Wir sehn aufs alte Jahr zurück,
und haben neuen Mut.
Ein neues Jahr, ein neues Glück.
Die Zeit ist immer gut.
Ein neues Jahr, ein neues Glück.
Wir ziehen froh hinein.
Und: Vorwärts, vorwärts, nie zurück!
Das soll unsre Lösung sein.

Joachim  Ringelnatz: Silvester

Die Zeit verrinnt,
die Spinne spinnt in heimlichen Geweben.
Wenn heute Nacht das Jahr beginnt,
beginnt ein neues Leben.

Johann Wolfgang von Goethe: Zum neuen Jahr

Zwischen dem Alten, Zwischen dem Neuen
Hier uns zu freuen, Schenkt uns das Glück,
Und das Vergang’ne heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen, Schauen zurück.

Stunden der Plage, Leider, sie scheiden
Treue von Leiden, Liebe von Lust;
Bessere Tage sammeln uns wieder,
Heitere Lieder stärken die Brust.

Leiden und Freuden, Jener verschwund’nen,
Sind die Verbund’nen fröhlich gedenk.
O des Geschickes seltsamer Windung!
Alte Verbindung, Neues Geschenk!

Dankt es dem regen, Wogenden Glücke,
Dankt dem Geschicke männiglich Gut,
Freut euch des Wechsels heiterer Triebe,
Offener Liebe, Heimlicher Glut!

Andere schauen deckende Falten
Über dem Alten traurig und scheu;
Aber uns leuchtet freundliche Treue;
Sehet, das Neue findet uns neu.

So wie im Tanze bald sich verschwindet,
Wieder sich findet liebendes Paar;
So durch des Lebens wirrende Beugung
Führe die Neigung uns in das Jahr.