By - - Kommentare deaktiviert für Ist der Poker-Trend nur was für Männer? Von wegen!

Leider existieren nach wie vor bestimmte Bereiche, die Männer gern für sich beanspruchen und wo Frauen nicht wirklich erwünscht sind. Das betrifft hauptsächlich den Sport – beispielsweise, wenn es um den Fußball geht. Da war es doch geradezu eine Sensation, dass eine Frau eine Schiedsrichter-Funktion in der Bundesliga übernimmt. Und das im Jahre 2017!

So haben Frauen – nach Ansicht vieler Männer – auch nichts in Strip-Clubs oder beim Pokern zu suchen. Aber ist das noch zeitgemäß? Zum Leidwesen der Männer scheren sich die meisten Frauen nicht darum, was sich schickt und wovon sie sich lieber fernhalten sollten. Und das aus gutem Grund, denn dass einer der beliebtesten Spiele-Trends wie das Pokerspiel nur Männern vorbehalten bleiben soll, wäre einfach zu schade, bei den Gewinnen, die sich dabei einstreichen lassen.

Es entdecken immer mehr Frauen das Pokern für sich, wie die Österreicherin Jessica Teusl, die in vergangenem Jahr die Europameisterin in der ersten „Poker – Ladies EM“ geworden ist. Ihrer Meinung nach ist Pokern nicht einfach nur ein Glücksspiel, sondern bedarf insbesondere eines mathematischen Verständnisses und sehr viel Training. Um gegen die starke Konkurrenz eine Chance zu haben, übt sie bei sich zu Hause, bevor sie abends ausgeht. Des Weiteren besucht sie regelmäßig Casinos, um live gegen andere Mitspieler antreten und Spieltaktiken entwickeln zu können. Da es mittlerweile auch möglich ist, neben dem online Glücksspiel auch Poker in Online-Casinos zu spielen, ist dies wahrscheinlich die einfachste Methode, um für Poker-Turniere zu trainieren. Hierfür müssen weder eine Kleiderordnung noch Öffnungszeiten berücksichtigt werden, sondern man kann von überall aus und jederzeit immer dann spielen, wenn sich die Zeit dafür findet.

Denn viel Zeit hat man nicht mehr übrig, wenn man sein Geld als professionelle Pokerspielerin, wie Sandra Naujoks, verdienen möchte. Die wohl erfolgreichste deutsche Pokerspielerin, die insgesamt mehr als eine Million Euro bei Turnieren gewonnen hat, begann ihre Poker-Karriere ganz simpel mit dem Online-Poker. Ihr Selbstbewusstsein und ihre Durchsetzungskraft haben sie ganz nach oben gebracht, wo sie gleichberechtigt neben Männern am Tisch sitzt und 2009 sogar die European Poker Tour für sich entscheiden konnte. Doch ihrer Ansicht nach wird das professionelle Pokerspiel immer ein Männersport bleiben, da man viel von seiner Freizeit aufgeben muss, um im Rahmen der Turniere auf Reise gehen zu können. Sandra Naujoks vermutet, dass nicht gerade viele Frauen dazu bereit sind, zugunsten des Pokersports auf eine stabile Beziehung und einen geregelten Tagesablauf zu verzichten.

Doch entgegen dieser Annahme zeichnet sich ein Trend ab, der zeigt, dass die Teilnahme weiblicher Pokerspieler bei internationalen Turnieren steigt. Wo in 2014 der Frauenanteil bei den wichtigsten Pokerveranstaltungen nur bei 3,9% lag, erhöhte sich dieser in 2016 immerhin auf 5,1%. Das könnte daran liegen, dass Poker in den letzten Jahren gesellschaftsfähig geworden ist und dem Kartenspiel im Fernsehen sogar eigene TV-Shows gewidmet werden. Stars und Sternchen, aber auch Politiker bekennen sich zum Poker spielen, da es ungeheuer spannend ist und strategisches Denken sowie eine gute Intuition erfordert. Und wenn Frauen weltweit über etwas ganz besonders verfügen, dann wohl über eine ausgesprochen feine Intuitionsgabe. Allerdings reicht das noch nicht ganz aus, um erfolgreich gegen professionelle Pokerspieler antreten zu können. Daher sollte man, wie von den weiblichen Poker-Profis empfohlen, Anleitungen und Ratgeber zu dem Kartenspiel lesen – dann aber vor allem üben, üben und nochmals üben!

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