By - - Kommentare deaktiviert für Beziehungskrise: was Paare zusammenbringt, kann später die Beziehung gefährden

BeziehungskriseDas, was man am Partner liebt, könnte man später hassen: Die anfangs als liebevoll empfundene Führsorge des Partners kann mit der Zeit schnell als Bevormundung aufgefasst werden, seine einst so angenehme Spontanität wird plötzlich zur mangelnden Verantwortung. Doch warum können ausgerechnet die Eigenschaften, die den Partner so attraktiv machten, die Liebe scheitern lassen?

Warum man sich verliebt

Ein unerträglicher Gedanke: die einst so geliebten Eigenschaften des Anderen können später das Ende der Beziehung bedeuten. In der Liebe folgt man seinen Gefühlen – man will fühlen, ergriffen und berührt sein, so tief wie möglich. Der Mensch ist am tiefsten berührt, wenn in ihm angesprochen wird, was ihm am wichtigsten ist. Dabei handelt es sich um, meistens unbewusste, unerfüllte Bedürfnisse und Sehnsüchte. Sobald diese angesprochen werden, entstehen romantische Gefühle – man verliebt sich und ist sich sicher: man hat die Person getroffen, mit der alle Träume wahr werden.

Aus „Mister Richtig“ wird „Mister Wichtig“

Bedürfnisse und Sehnsüchte sind eng mit der Vergangenheit verknüpft. Wer in seiner Kindheit etwa Beständigkeit, Halt und Geborgenheit vermisst hat, verliebt sich meistens in jemanden, der wie ein Fels in der Brandung steht. Doch dieser Mensch ist nicht zwingend jemand, der zum Beispiel mitfühlend und einfühlsam ist, sodass man nach längerer Zeit feststellt, dass er dem Wunsch nach Halt und Geborgenheit gar nicht entspricht. Man könnte also sagen: Verliebtheit führt nicht zu „Mister Richtig“, sondern vielmehr zu „Mister Wichtig“, von dem sich die eigene Psyche Lösungen verspricht. Diese Lösung kennt man in der Regel nicht, aber man erkennt in der Partnerschaft häufig die prägenden Konflikte aus dem Elternhaus wieder. Aus diesem Grund geraten viele Frauen immer wieder an die falschen Männer, Töchter, denen der Vater fehlte, binden sich an Vaterfiguren, Menschen aus Alkoholiker-Familien enden häufig als Partner von Alkoholikern. Das klingt negativ und nach einer großen Herausforderung. Doch positiv gesehen findet man meistens genau den Partner, den man braucht, um sich zu entwickeln.

Auf die gemeinsame Entwicklung kommt es an

Paare müssen sich gemeinsam entwickeln, damit das, was sie zusammengebracht hat, nicht zum Trennungsgrund wird. Sonst wird die einst so attraktive Zielstrebigkeit des Anderen irgendwann als Krampf empfunden und das, was man witzig und unterhaltsam fand, erscheint peinlich. Dann stellt sich die Frage: Warum habe ich mich zu dir so hingezogen gefühlt und was ist heute daraus geworden? Wer nach Antworten auf die Fragen sucht und herausfindet, was diese Abweichung über die eigenen Wünsche und Sehnsüchte aussagt, kann die Beziehung retten. Das, was zwei Liebende zusammengeführt hat, kann sie dann sogar noch enger zusammenschweißen.

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